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All-Inhaber-Regel

'All-Inhaber-Regel bezieht sich auf eine Vorschrift, die besagt, dass ein Kaufangebot allen Aktionären einer bestimmten Aktiengattung zu unterbreiten ist.

Was ist die All-Holders-Regel?

Im Finanzbereich bezieht sich der Begriff All-Inhaber-Regel auf eine Vorschrift, die vorschreibt, dass ein Kaufangebot allen Aktionären innerhalb der jeweiligen Aktiengattung, die zum Kauf angepriesen wird, zugänglich gemacht werden muss.

Diese Regelung ist insbesondere bei Übernahmeangeboten von Bedeutung, um sicherzustellen, dass etwaige Kaufangebote der übernehmenden Gesellschaft nicht nur an die Aktionäre gerichtet werden können, die die Übernahme befürworten.

DIE ZENTRALEN THESEN

  • Die All-Inhaber-Regel ist eine Aktionärsschutzbestimmung, die für börsennotierte Unternehmen gilt.
  • Es soll die Interessen von Kleinanlegern im Rahmen von Fusionen und Übernahmen sichern.
  • Die All-Inhaber-Regel wird in Kombination mit einer zweiten Bestimmung angewendet, der sogenannten Best-Price-Regel.

So funktioniert die All-Holders-Regel

Beim Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an einem börsennotierten Unternehmen geben potenzielle Erwerber ein Übernahmeangebot ab, in dem die vorgeschlagenen Bedingungen dargelegt werden. Dieses Angebot wird fast immer eine Prämie auf den dann geltenden Börsenkurs der Aktien des Unternehmens beinhalten, um die bestehenden Aktionäre zu motivieren, der Transaktion zuzustimmen.

Oftmals werden Angebotsangebote mit der Kooperation oder stillschweigenden Zustimmung des bestehenden Management-Teams gemacht, das möglicherweise aktiv um potenzielle Käufer geworben hat. In diesen Fällen werden die Manager in einem Schreiben ihre Zustimmung zum Übernahmeangebot aussprechen und den Aktionären die Annahme empfehlen. In anderen Fällen kann das Übernahmeangebot jedoch Teil eines feindlichen Übernahmeversuchs sein, bei dem der Erwerber gegen den Willen des bestehenden Managements direkt an die Aktionäre der Gesellschaft appelliert.

In beiden Fällen sind Privatanleger gegenüber institutionellen Anlegern benachteiligt, da sie nicht in der Lage sind, sich leicht untereinander abzustimmen, ob die geplante Transaktion genehmigt werden soll oder nicht. Aus diesem Grund überwacht die Securities and Exchange Commission (SEC) eine Vielzahl von Richtlinien, die Privatanleger vor Manipulationen durch größere und einflussreichere Anleger schützen sollen.

Eine solche Bestimmung ist die All-Inhaber-Regel, die vorschreibt, dass jedes Kaufangebot auf alle Inhaber der jeweiligen Aktiengattung, auf die sich das Kaufangebot bezieht, auszudehnen ist.

Beispiel aus der realen Welt für die All-Holders-Regel

Abgeleitet von Regel 14d-10 des Securities Exchange Act von 1934 ist die All-Inhaber-Regel eine von vielen Bestimmungen zum Schutz der Rechte der Aktionäre. Sie wird in Kombination mit einer anderen Anlegerschutzregel, der sogenannten Best-Price-Regel, angewendet.

Nach der Best-Price-Regel muss der an alle Wertpapierinhaber in einer Tendertransaktion gezahlte Preis der höchste oder beste Preis sein, der einem der an dieser Transaktion beteiligten Wertpapierinhaber zur Verfügung steht. Zusammengenommen verhindern diese beiden Regeln, dass einzelne Aktionäre im Zuge des Übernahmeangebots ignoriert werden und dass bestimmten Aktionären ein ungünstigerer Preis angeboten wird als anderen.