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Scheinaktionär

Ein Dummy-Aktionär ist ein Unternehmen, das im Namen eines anderen Unternehmens Anteile an einer Aktiengesellschaft hält. Die Anordnung kann legitim sein, kann aber für Betrug verwendet werden.

Was ist ein Dummy-Aktionär?

Ein Dummy-Aktionär ist ein Unternehmen, das im Namen einer Einzelperson oder eines Unternehmens Aktien einer Aktiengesellschaft hält, wobei letztere der tatsächliche oder wahre Eigentümer dieser Aktien ist. Ein Scheinaktionär hat daher kein wirtschaftliches Interesse an dem Konto, auf dem diese Aktien gehalten werden. Entscheidungen über die Veräußerung oder Andienung dieser Aktien können auch vom eigentlichen Eigentümer und nicht vom Scheinaktionär getroffen werden.

DIE ZENTRALEN THESEN

  • Ein Dummy-Aktionär handelt im Namen eines echten Eigentümers.
  • Scheinaktionäre können aus legitimen Gründen existieren, können aber auch für illegale oder unethische Aktivitäten verwendet werden.
  • Scheinaktionäre handeln in der Regel im Rahmen einer Nominee-Vereinbarung und akzeptieren eine Gebühr für ihre Dienstleistungen.

Dummy-Aktionär verstehen

Das Thema Scheinaktionäre ist in den meisten Rechtsordnungen eine Grauzone, da sie zur Umgehung der Wertpapiergesetze oder zur Begehung von Betrug verwendet werden können. Auch Scheinaktionäre mit großen Aktienpaketen können ein besonderes Problem darstellen, wenn die Unternehmensführung ein feindliches Übernahmeangebot abwehren will, da kaum erkennbar ist, ob diese Aktien in freundschaftlichen oder feindlichen Händen gehalten werden.

Ein Dummy-Aktionär ist eine Option für Offshore-Unternehmen, wenn ein Investor, der sich viele Meilen entfernt befindet, möglicherweise nicht in der Lage ist, lokale Vorschriften wie die Anforderung einer Mindestanzahl von Aktionären oder Direktoren einzuhalten, die im Team des Investors möglicherweise nicht verfügbar sind. Die Offshore-Gerichtsbarkeit kann auch Anforderungen an den Unternehmenssitz haben, obwohl für die Geschäftstätigkeit des Unternehmens kein lokales Personal erforderlich ist. Darüber hinaus können lokale Banken verlangen, dass eine oder mehrere Personen als Unterzeichner auf dem Bankkonto auftreten.

Nominee-Vereinbarungen und Dummy-Aktionäre

Der typische Industriestandard zur Behebung dieses Problems ist die Verwendung eines Dummy-Aktionärs, eines Dummy-Direktors und/oder eines Dummy-Bankkontounterzeichners. Solche Strohleute werden von sogenannten „Nominee-Diensten“ gegen eine jährliche Gebühr zur Verfügung gestellt.

Die Nominierten versprechen eine zusätzliche Ebene von Distanz und Privatsphäre. In der Regel versichern die Dienstleister, dass die Rolle des Nominierten nur darin besteht, die Finanzen des Unternehmens zu verwalten und die Interaktionen mit der lokalen Regierung abzuwickeln, aber das Geschäft wird nicht vom Nominierten geleitet.

Im Rahmen einer Nominee-Vereinbarung verpflichtet sich eine natürliche Person, Aktien zu halten oder als ernannter Direktor zu handeln, ohne die Last und den Nutzen dieser Rechtsposition zu haben; diese Person hat kein Stimmrecht und verdient eine Servicegebühr. Nach bestimmten lokalen Gesetzen kann es jedoch illegal sein, als Nominee aufzutreten. Die Gesetze können verlangen, dass der wahre Entscheidungsträger als Direktor und als wirtschaftlich Berechtigter in das Firmenregister eingetragen wird. Diese Regeln können die Nominee-Vereinbarung ungültig machen; die Scheinaktionärsvereinbarung könnte als kriminelle Handlung angesehen werden.

Praxisbeispiel eines Dummy-Aktionärs

Dummy-Aktionärskonten und nominierte Direktoren wurden 2016 zu den Schlagzeilen, als die Panama Papers veröffentlicht wurden. Die Dokumente enthielten Informationen über mehr als 214.000 Offshore-Unternehmen und brachten zahlreiche Politiker, Prominente, Sportler sowie illegale und unethische Aktivitäten von Kriminellen ans Licht.

Der Fokus auf den Skandal wurde mit der Veröffentlichung des Dokufilms The Laundromat im Jahr 2019 wiederbelebt.

Nach der Veröffentlichung der Dokumente wurden mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar von Regierungen eingezogen, die auf Betrug und Steuerhinterziehung in ihrem eigenen Hinterhof aufmerksam gemacht wurden.

In vielen Fällen wurden Briefkastenfirmen im Ausland gegründet, was an sich nicht illegal ist, und dann unter anderem zur Geldwäsche oder zur Steuervermeidung verwendet.