ECONOMICSMACROECONOMICS

Heimmarkteffekt

Der Heimmarkteffekt geht davon aus, dass große Länder Nettoexporteure von Gütern mit starken Skaleneffekten und hohen Transportkosten sein werden.

Was ist der Heimmarkteffekt?

Der Heimmarkteffekt wurde ursprünglich 1961 von Staffan Linder angenommen und 1980 von Paul Krugman formalisiert. Der zentrale Grundsatz der Hypothese ist, dass Länder mit größeren Verkäufen einiger Produkte im Inland tendenziell größere Verkäufe dieser Produkte im Ausland erzielen werden.

DIE ZENTRALEN THESEN

  • Der Heimatmarkteffekt besagt, dass Güter mit großen Skaleneffekten und hohen Transportkosten tendenziell in Ländern mit einer großen Binnennachfrage produziert und von diesen exportiert werden.
  • Der Heimatmarkteffekt ist Teil der New Trade Theory und wurde als Erklärung für Beweise aus globalen Handelsmustern entwickelt, die dem komparativen Vorteil zu widersprechen schienen.
  • Studien haben das Auftreten von Heimmarkteffekten und die Art der wirtschaftlichen Faktoren, die sie beeinflussen, bestätigt.
  • Unternehmen und Investoren sollten mögliche Vorteile aus Heimmarkteffekten bei der Standortwahl berücksichtigen.

Den Heimmarkteffekt verstehen

Der Heimatmarkteffekt ist Teil der New Trade Theory, die auf Skaleneffekten und Netzwerkeffekten basiert, und nicht auf traditionelleren Handelsmodellen, die auf komparativen Vorteilen basieren.

Der Heimatmarkteffekt beschreibt die Tendenz großer Länder, Nettoexporteure von Gütern mit hohen Transportkosten und starken Skaleneffekten zu sein. Es geht davon aus, dass es bei Fixkosten, die bei der Produktionssteigerung zu Skaleneffekten führen würden, sinnvoll ist, die Produktion eines Gutes auf einen einzigen geografischen Standort zu konzentrieren.

Darüber hinaus ist es bei Vorliegen von Transportkosten sinnvoll, diese Produktion an einem Standort mit hoher Nachfrage nach der Ware anzusiedeln. Da reichere und/oder bevölkerungsreichere Länder tendenziell eine höhere Nachfrage nach Produkten haben würden und diese Länder auch ein höheres Bruttoinlandsprodukt (BIP) haben werden, führt der Heimatmarkteffekt dazu, dass tendenziell größere Länder diejenigen mit großen Produktionsbasen sein.

Der Heimmarkteffekt erklärt somit einen Zusammenhang zwischen Marktgröße und Exporten, der nicht durch komparative Vorteilshandelsmodelle erklärt werden könnte. Es hilft auch zu erklären, warum sich die Produktionsaktivitäten an bestimmten Standorten, sogar innerhalb von Ländern, agglomerieren.

  • Eine Implikation des Modells ist, dass Länder mit einem hohen Verbrauch eines bestimmten Artikels in dieser Branche häufig einen Handelsüberschuss erzielen (wenn Größenvorteile bestehen und die Transportkosten hoch sind).
  • Eine weitere Folgerung ist, dass sich reiche Länder mit einer größeren Nachfrage nach hochwertigen Gütern tendenziell auf diese Güter spezialisieren und folglich dazu neigen, mehr mit anderen reichen Ländern zu handeln.
  • Eine dritte Folgerung ist, dass Güter mit schwachen Skaleneffekten und/oder niedrigen Transportkosten tendenziell von kleineren Ländern produziert werden (wo niedrigere Löhne die anderen Faktoren ausgleichen).

Viele empirische Untersuchungen zu diesem Thema haben gezeigt, dass es im Allgemeinen Hinweise auf einen Heimmarkteffekt gibt. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden frühere Modelle des internationalen Handels, die auf komparativen Vorteilen und der Ausstattung der Länder mit Kapital und Arbeitskräften beruhten, in Frage gestellt, basierend auf Beweisen, dass einige kapitalreiche Länder wie die USA hauptsächlich arbeitsintensive Produkte exportierten.

Als Erklärung für diese Beobachtung wurde zunächst der Heimmarkteffekt entwickelt. Nachdem Krugman die Theorie des Heimmarkteffekts formalisiert hatte, konnten nachfolgende Studien diese Erklärung direkt mit realen Daten testen. Diese Studien haben gezeigt, dass die Heimmarkteffekte auftreten und die Richtung der Skalenerträge (d Markteffekte werden in einem bestimmten Land oder einer bestimmten Branche beobachtet.

Auswirkungen auf Unternehmen und Investitionen

Der Heimatmarkteffekt sagt voraus, dass die Produktion von Gütern mit hohem Skaleneffekt/hohen Transportkosten an geografischen Standorten mit hoher lokaler Nachfrage effizienter erfolgen kann als mit einem hohen komparativen Vorteil. Unternehmen sollten dies bei der Standortwahl ihrer Produktionsstätten berücksichtigen; die Vorteile der Nähe zu großen lokalen Märkten können andere mit dem Standort verbundene Kosten überwiegen. Anleger sollten dies auch berücksichtigen, wenn sie den aktuellen und geplanten zukünftigen Standort von Unternehmen berücksichtigen, in die sie investieren können.