INVESTINGSTOCKS

Wie Zinssätze Versorgeraktien beeinflussen

Informieren Sie sich über den aktuellen Stand des Versorgungssektors und erfahren Sie, wie sich ein Anstieg der Zinssätze auf den Sektor auswirken kann.

Versorgeraktien unterliegen definitiv einem Zinsänderungsrisiko und können von Zinsänderungen erheblich beeinflusst werden. Versorgungsunternehmen können von steigenden Zinsen auf zwei Arten beeinträchtigt werden.

Konkurrenz mit Anleihen

Erstens lässt eine Zinserhöhung Anleihen für konservative Anleger attraktiver erscheinen, genau die Art, die typischerweise von den Aktien des Versorgungssektors angezogen wird. Nach der Finanzkrise von 2008 und dem daraus resultierenden anhaltenden Zinsumfeld nahe Null profitierten beispielsweise Versorgungsunternehmen von der Aufmerksamkeit vieler konservativer, einkommensorientierter Anleger; Bei so niedrigen Anleiherenditen bot die durchschnittliche Dividendenrendite der Versorger von rund 4,8% eine attraktive Alternative. Wenn jedoch die Zinsen und die entsprechenden Renditen für Schuldtitel steigen, werden die Versorger wahrscheinlich einige Anleger an den Rentenmarkt verlieren.

Zinssätze und Schuldenstand

Die zweite Möglichkeit, wie sich die Zinssätze auf Versorgungsunternehmen auswirken, besteht darin, ihre Kreditkosten zu erhöhen. Natürlich trifft eine Zinserhöhung auf diese Weise alle Unternehmen, aber gerade für Versorgungsunternehmen ist dies aufgrund ihrer typischerweise hohen Verschuldung ein wichtiger Faktor. Große Versorgungsunternehmen haben hohe Investitionsausgaben und eine hohe Verschuldung gegenüber der Marktkapitalisierung. Der Bau von Kraftwerken und die Wartung der riesigen Infrastruktur, die für die Lieferung von Gas, Wasser oder Strom erforderlich ist, machen Versorgungsunternehmen zu einem sehr teuren Geschäft, das umfangreiche Fremdfinanzierungen erfordert.

Versorger haben in den letzten Jahren von günstigen Finanzierungszinsen profitiert, aber ein deutlicher Zinsanstieg würde das ändern. Einige Versorgungsunternehmen können ihre erhöhten Fremdkapitalkosten ausgleichen, indem sie sie an die Kunden weitergeben, aber die Möglichkeit, ihre Zinssätze ausreichend anzuheben, um die zusätzlichen Finanzierungskosten zu decken, ist nicht selbstverständlich. Können Unternehmen die Mehrkosten nicht an ihre Kunden weitergeben, werden diese Kosten zumindest teilweise von ihren Eigenkapitalgebern und Anleihegläubigern getragen, wodurch die Unternehmen für neue Investoren weniger attraktiv werden.